Selbstbestimmt im Netz

Informationen über Gesundheit bewerten

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© Rawpixel.com/Shutterstock.com

Menschen suchen aus unterschiedlichen Gründen im Internet nach Gesundheitsinformationen. Die Informationen lassen sich im Internet scheinbar leicht und blitzschnell finden. Das Internet verspricht also schnelle und direkte Antworten auf Fragen. Das macht es so beliebt.

Das Internet bietet Dir viele Möglichkeiten. Damit Du sie für Dich positiv nutzen kannst, kann es hilfreich sein, Dir über ein paar Fragen Gedanken zu machen. Die folgenden Abschnitte sollen Dich dabei unterstützen.


Gründe für die Suche nach Informationen

Ein Herz das aus vielen verschiedenen Kreisen in orange, blau und grün seine Form kriegt. In den Kreisen sind gesundheitsspezifische Symbole: unter anderem grünes Kreuz, Stethoskop, Tablette, Zahn.
© Hilch/Shutterstock.com

Wir informieren uns zum Thema Gesundheit aus ganz unterschiedlichen Gründen. Deshalb ist auch die Art der Suche häufig verschieden. Sogar ein und derselbe Mensch kann verschiedene Bedürfnisse haben.

Wenn Du schlimme Schmerzen hast, willst Du wahrscheinlich nur, dass es Dir schnell besser geht. Bei längeren Krankheiten wollen Menschen hingegen mehr über die Behandlung und ihre Alternativen wissen. Manchmal bist Du vielleicht einfach neugierig und möchtest Dich deshalb informieren.

Was möchte ich eigentlich wissen?


Datenschutz bei der Suche

Wenn Du im Internet nach Informationen suchst, werden Angaben über Dich gespeichert: was Du suchst, welche Begriffe Du eingibst und welche Internetseiten Du anklickst. Dazu nutzen Webseiten z. B. Cookies. Cookies sind kleine Dateien, die im Browser gespeichert werden. Das geschieht beim ersten Besuch einer Webseite. Je nach Einstellungen können diese Cookies verschiedene Informationen sammeln. Dazu gehören die IP-Adresse oder andere Informationen über Dein Suchverhalten. Besuchst Du die Seite erneut, werden die Daten an den Betreiber der Webseite gesendet.1

Das kann je nach Cookie verschiedene Auswirkungen haben. Die Daten über Dein Verhalten im Internet können für gezielte Werbung genutzt werden. Du bekommst dann Produkte angezeigt, die Du mit hoher Wahrscheinlichkeit gut findest. Die Daten können auch ausgewertet werden, um mehr über Dich als Person zu erfahren, z. B. über Deine politische Ausrichtung, Deine sexuelle Orientierung oder Dein Bildungsniveau.2

Aus diesem Grund sehen wir bei einer Suche im Internet meist nur bestimmte Teile des gesamten Angebots. Wir befinden uns damit in einer sogenannten Filterbubble oder Filterblase. Die ausgewählten Informationen können unsere Sicht auf die Dinge beeinflussen.3

Deshalb ist es wichtig zu prüfen, welche Cookies gespeichert werden. Man kann die Möglichkeiten der Dateien einschränken oder sie löschen. Manche Cookies sind notwendig, andere nicht. Deshalb kannst Du regelmäßig in den Einstellungen des Browsers oder auf dem Gerät selber anpassen, welche Cookies geladen werden dürfen und welche Du löschen möchtest. Es ist außerdem sinnvoll, sich nach der Nutzung auszuloggen, den Browser zu schließen und die Cookies regelmäßig zu löschen. Hinweise darauf, wie Du die Cookies oder den Verlauf löschen kannst, findest Du hier: https://www.verbraucherzentrale.de

Welche Daten möchte ich preisgeben?


Bedeutung von Gesundheit?

Was Gesundheit bedeutet, kann von Person zu Person sehr unterschiedlich sein. Wichtig ist, was genau Du unter Gesundheit verstehst, wann Du Dich gesund fühlst und was Du dazu brauchst. Dies kann sich auch im Laufe des Lebens verändern. Es gibt also nicht „die eine“ Gesundheit. Wichtig ist außerdem die Frage, welche Bedeutung Gesundheit in Deinem Leben einnimmt. Für ein glückliches Leben können vielleicht andere Dinge eine wichtigere Rolle spielen. Daher sollte es auch keinen Zwang zur Gesundheit oder zu gesundem Verhalten geben.

Was ist für meine persönliche Gesundheit wichtig?


Qualität von Gesundheitsinformationen?

Eine Zeichnung von einem jungen Erwachsenen, der vor einer Kreuzung steht und sich fragend hinter den Hinterkopf fasst. Ein gelber Pfeil zeigt nach links und ein roter Pfeil zeigt nach rechts.
© Artur Szczybylo/Shutterstock.com

Es gibt Regeln für die Erstellung vertrauenswürdiger und verständlicher Gesundheitsinformationen.5 Die Auswahlkriterien für unsere Informationen findest du hier.

Wir leben in einer vielfältigen Gesellschaft und Menschen können unterschiedliche Meinungen und Bedürfnisse haben, wenn es um ihre Gesundheit geht. In Deutschland gibt es ein stark wissenschaftlich geprägtes Verständnis von Gesundheit, Krankheit und Medizin.

Viele Menschen vertrauen aber auch auf andere Ansätze, die von diesem wissenschaftlichen Verständnis abweichen können. Diese werden häufig als alternative oder komplementäre Heilmethoden bezeichnet. Beispiele sind fernöstliche Heiltraditionen wie Ayurveda oder die Traditionelle Chinesische Medizin, Homöopathie, Bachblütentherapie oder auch schamanische Rituale.

Allerdings kann man bei vielen dieser Verfahren wissenschaftlich nicht nachweisen, ob sie wirksam sind – auch wenn manche von ihnen eine lange Tradition haben. Sie sind daher häufig nicht in ärztlichen Leitlinien zu finden oder es wird sogar ausdrücklich davon abgeraten.

Aber vielleicht würdest Du trotzdem gerne mehr über sogenannte alternative Heilmethoden erfahren. Deshalb haben wir hier hilfreiche Webseiten zusammengestellt:

https://www.krebsinformationsdienst.de/behandlung/unkonv-methoden-index.php

https://www.kokoninfo.de/

Was ist mir bei einer Informationsquelle wichtig?


Und welcher Gesundheitstyp bist Du?

Der Selbsttest: Mit diesen Fragen kannst Du überlegen, was Dir in Bezug auf Deine Gesundheit, Gesundheitsinformationen und Entscheidungsfindung wichtig ist.

  • Wie sehe ich mich und meinen Körper?
  • Wie gehe ich mit meiner Gesundheit um?
  • Was bedeutet für mich körperliches und seelisches Wohlbefinden?
  • Wie erreiche ich Wohlbefinden?
  • Welche Beschwerden habe ich und wann treten sie auf?
Fußnoten

1Wie finde ich was ich suche? Suchmaschinen kompetent nutzen. Zusatzmodul zu „Knowhow für junge Nutzer“, www.klicksafe.de.
2„Sie kennen dich! Sie haben dich! Sie steuern dich! Die wahre Macht der Datensammler“. Markus Morgenroth, Bundeszentrale für politische Bildung, 23.02.2016, https://www.bpb.de/lernen/digitale-bildung/medienpaedagogik/bigdata/228951/die-wahre-macht-der-datensammler.
3„M 04.07 Filterbubble“. Bundeszentrale für politische Bildung, 22.08.2017, https://www.bpb.de/lernen/grafstat/grafstat-bundestagswahl-2017/254761/m-04-07-filterbubble.

4Koch, K. (2003). Informationen über Krebsfrüherkennung: Was wollen die Patienten? Medizinische Klinik, 98, 400–403.

5 Siehe beispielsweise Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin (2016). Gute Praxis Gesundheitsinformation. Ein Positionspapier des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin e.V. [Version 2.0]. Berlin: Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V.; sowie Lühnen, J., Albrecht, M., Mühlhauser, I. & Steckelberg, A. (2017). Leitlinie evidenzbasierte Gesundheitsinformation. Hamburg. Zugriff am 16.10.2019, von http://www.leitlinie-gesundheitsinformation.de/.

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